Manon García – Autorin, Coach und Trainerin

Hochbegabung bei Erwachsenen

Hochbegabt und Hochsensibel – eine Einheit oder verschiedene Systeme?

16.01.12 (Hochbegabung, Kritisches)

Hochbegabung und / oder Hochsensibel

Gehört zur Hochbegabung die Eigenschaft der Hochsensibilität dazu oder sind es zwei verschiedene Eigenschaften, die unabhängig voneinander sind?

Andrea Brackmann schreibt in ihrem Buch “hochbegabt und hochsensibel”, dass diese beiden Eigenschaften zusammengehören. Allerdings kennt jeder von uns hochbegabte Menschen, denen man das Label hochsensibel nicht unbedingt anheften möchte. Hinzu kommt, dass in der Literatur von 20% Hochsensiblen gesprochen wird. Bei den Hochbegabten kommt man auch bei gutem Willen nur auf 2.38% (dank Gauß’scher Glockenkurve). Das alleine passt schon nicht zusammen. Die nächste Frage ist, wie viele hochbegabte Menschen denn nun zu den hochsensiblen Menschen gezählt werden. Oder ist der Anteil der hochsensiblen bei den Hochbegabten auch bei 20%?

Fehlende Forschungen und Ergebnisse

Die Wissenschaft nähert sich seit ein paar Jahrzehnten dem Thema Hochbegabung. Hochsensibilität ist dagegen noch gänzlich unerforscht. Entsprechend liegen kaum / keine Ergebnisse vor. Das Wissen darüber befindet sich in den Kinderschuhen.

Deshalb ist alles, was ich hier aufschreibe, meine persönliche Meinung, die ich nicht wissenschaftlich untermauern kann. Was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. Denn in diesem Fall ist es so, dass auf Erfahrungsberichte zurück gegriffen wird, was in manchen Fällen sogar aussagekräftiger ist, als so manche Statistik oder so manches Forschungsergebnis.

“versteckte” oder “unterdrückte” Hochsensibilität

Aus eigener Erfahrung und aus vielen Gesprächen mit Betroffenen kann ich sagen, dass sich eine Hochsensibilität “verstecken” kann oder anders: Hochsensibilität kann unterdrückt werden.

Es ist genauso wie bei der Hochbegabung. Auch diese muss erlernt werden. Der Umgang mit ihr, das Leben mit ihr, das Verständnis, alles muss erlernt werden. Hier hilft es natürlich, wenn im näheren Umfeld Erfahrungen mit diesem Thema vorliegen. Hochbegabung wird vorgelebt und Kinder schauen – wie bei allen anderen Themen – auf die Bezugspersonen. Wird eine Hochbegabung nicht gefördert und gefordert, wird ein hochbegabter Mensch unter Umständen nicht entdeckt, was dazu führen kann, dass dieser Mensch mit seiner Andersartigkeit täglich aneckt, sich zurückzieht oder sich selbst gar verleumdet.

Ich wusste von meiner Hochbegabung nichts bis zum Testergebnis. Im Gegenteil, ich ging davon aus, dass ich eher nicht hochbegabt bin. Zuviele Dinge konnte ich nicht, leichte Tätigkeiten verursachten mir im Vergleich mit anderen Schwierigkeiten und meine “Fähigkeiten” konnte keiner Einordnung, wurde es doch nicht verstanden. Die Hochbegabung kam also aus dem Nichts zu mir und ließ sich nicht mehr abschütteln.

Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema Hochbegabung, konnte ich mir vieles erklären, viele Fragen konnte ich beantworten, aber es kamen immer mehr Fragen hinzu. Besonders im Bereich der Wahrnehmen und des Fühlens. Im Bereich des Denkens fand ich Antworten und das Konstrukt wurde für mich schlüssig. Aber die Bereiche Wahrnehmen und Fühlen blieben mir ein Rätsel, welches ich nicht mit der Hochbegabung erklären konnte.

  • Woher kam die Fähigkeit Dinge zu spüren, die sonst keiner spürte?
  • Wieso konnte ich Gefühle von anderen Menschen spüren, aber nicht die eigenen?
  • Wie konnte es sein, dass ich meine Gefühle zusammen mit der Hochbegabung wegsperren konnte?
  • Woher kamen plötzlich Wahrnehmungen, die ich nicht kannte?

Hochsensibilität entwickelte sich

Mit der Erkenntnis, dass ich hochbegabt sei, fing ein neuer Lebensabschnitt an. Wie im Buch beschrieben fing eine Phase an, in der alles auf den Prüfstand kam. Alles wurde hinterfragt und ich versuchte herauszufinden, wer ich denn nun sei. Die Frage “Wer bin ich?” sollte mich die ganzen Jahre begleiten und ich behaupte, dass ich es immer noch nicht endgültig sagen kann. Ich weiß mehr über mich, ich habe mich ein Stück weit kennengelernt, aber ich weiß immer noch nicht, wer ich bin. Der Weg zu mir selbst ist ein weiter, aber ich gehe tapfer weiter.

Auf dem Weg zu mir selbst, entdecke ich täglich neues an mir. Neue Gefühle, Emotionen, Wahrnehmungen, Interessen und Talente. Natürlich lerne ich auch immer mehr Schattenseiten, Ängste, Schmerzen, Verletzungen, Zweifel und Sorgen kennen. Das gehört zu einem Leben dazu. Dieser Mix macht ein Leben ja erst lebenswert.

Gefühl versus rationalem Denken

Der Weg beinhaltet auch, dass sich eine nicht gekannte Hochsensibilität äußerte. Im Grunde war ich früher immer stolz, dass ich rational mit Problemen umgehen konnte. War ich doch immer im Vorteil gegenüber anderen, die erst durch ein Tal der Gefühle gingen. Wenn andere sich aufmachten den Berg zu erklimmen, wartete ich bereits auf der Spitze und konnte neuen Taten entgegensehen. Probleme sachlich und rational, sprich ohne Gefühle oder böse ohne Gefühlsduseleien anzugehen, verschafft einen Vorsprung. Diesen lernte ich in der Vergangenheit für mich zu nutzen.

Auf der anderen Seite war es aber auch unvermeidlich, dass der rationale Kopf die Führung übernahm. Ich hatte niemals gelernt mit meinen Gefühlen oder meinen Emotionen umzugehen, sie zu benennen oder sie auszuhalten. Aus diesem Grunde wurden diese unterdrückt und stattdessen wurde das rationale Denken forciert. Es gibt genügend Motivationstechniken, die jeden Menschen in bestimmten Situationen helfen. Diese zu 100% angewandt ergibt ein Leben ohne Gefühle, ohne Emotionen, sondern mit Zielen, Strukturen und Konstruktionen. Sich ablenken, wenn die Ruhe nicht ausgehalten werden kann. Für einen Menschen, der an fast allem interessiert ist, den vieles fesselt, der gerne denkt und gerne knobelt, die einfachste Sache der Welt. Schwierig wird es erst, wenn dieses nun wieder rückgängig gemacht werden soll.

Gefühle zulassen, wahrnehmen und benennen

Auf meinem Weg stand ich vor der Herausforderung meine Gefühle wieder zuzulassen, diese wahrzunehmen, um sie benennen zu können. Je mehr ich diese zulassen konnte, je mehr ich mich mit ihnen auseinandersetzte, umso mutiger wurde weitere Gefühle, die sich äußerten.

Das Arbeiten an mir deckte langsam, aber sicher, die Hochsensibilität auf. Was nicht ausschließlich zu meiner Freude war. Denn nun musste ich lernen mit meinen Gefühlen umzugehen und zusätzlich, dass ich nicht so abgehärtet war, wie ich dachte. Denn die Sinne liefen mittlerweile auf Hochtouren und vermittelten mir immer Neues, was es galt einzuordnen.

Hochbegabt und hochsensibel

Hätte ich vor ein paar Jahren noch gesagt, dass ich nicht empfindlich oder sensibel sei, muss ich das heute revidieren. Früher galt für mich NICHT hochbegabt und NICHT hochsensibel und das änderte sich nun zu hochbegabt und hochsensibel.

Da ich bei mir und auch in Gesprächen mit vielen anderen Menschen dieses Phänomen feststellen konnte, sehe ich alle Menschen, die mir im ersten Moment unsensibel oder grob erscheinen in einem ganz anderen Licht. Wer weiß, ob dieser Mensch nicht auch einfach mit seinen Gefühlen und Wahrnehmungen nicht klarkommt und diese deshalb unterdrückt. Denn wer bestimmte Eigenschaften an sich unterdrückt, der entwickelt eine Abneigung gegen diese Dinge und gibt sich oftmals sehr aggressiv.

Nicht umsonst heißt es, dass ein Mensch nur dann sehr emotional reagiert, wenn es eine nicht gewollte Schattenseite von diesem Menschen ist. Also als Schutz vor sich selbst, werden andere Menschen (verbal) attackiert.

Abschließend behaupte ich, dass hochbegabt und hochsensibel zusammengehört und eine Einheit ergeben. Allerdings kann es sein, dass bestimmte Eigenschaften unterdrückt werden, weil nicht gelernt wurde mit ihnen umzugehen. Hier wünsche ich jedem, dass der eigene Weg gefunden wird.

 

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Restexemplare vom Ratgeber “Hochbegabung bei Erwachsenen” 2. Auflage hier erhältlich

12.01.12 (Allgemein)

Der Ratgeber “Hochbegabung bei Erwachsenen” liegt seit dem 02.12.2012 in der 3. Auflage vor.

Es gibt noch Restexemplare der 2. Auflage zu einem Preis von 10 Euro (zzgl. Porto). Bei Interesse bitte eine Mail an blog@manongarcia.de mit dem Betreff: Restexemplar Bestellung 2. Auflage. Bitte gebt eure Adresse und die gewünschte Stückzahl an.

In Deutschland entstehen Portokosten in Höhe von 1.45 Euro. Für andere Länder bitte vorab die Portokosten erfragen.

 

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Vorbildfunktion – Hochbegabung vorleben

26.12.11 (Hochbegabung, Kritisches)

Hochbegabung vorleben

Setzen sich Erwachsene mit ihrer eigenen Hochbegabung auseinander, kann die Entwicklung eines Kindes begleitet und unterstützt werden. Erwachsene verschweigen, verheimlichen oder wünschen sich Hochbegabung oft weg. In der Öffentlichkeit wird das Thema dagegen verstärkt thematisiert. Das kommt den Kindern und Jugendlichen von heute zugute. Ältere Hochbegabte dagegen lernten selten den Umgang mit der eigenen Hochbegabung, sollen aber als Eltern, LehrerInnen, ErzieherInnen etc. Kindern vorleben, wie ein Leben mit Hochbegabung gelingen kann.

Hochbegabte Kinder brauchen für ihre Entwicklung ein Umfeld, in dem die Hochbegabung gelebt werden kann. Viele Eltern, die wie ihre Kinder hochbegabt sind, wissen zum Teil bis heute nicht, um ihr eigene Hochbegabung. Wie können Sie Vorbilder sein?

Den Umgang mit der Hochbegabung übernehmen dann oft die Kindern. Deshalb ist es wichtig, dass sich Eltern mit ihrer eigenen Hochbegabung auseinandersetzen. Wer seine Entwicklung unter der Sichtweise der Hochbegabung betrachtet und analysiert, geht entspannter mit den Schwierigkeiten um. Wer Hochbegabung als Geschenk und Gabe sieht, kann diese leben.

Viele Eltern erfahren erst von diesem Thema, wenn ihre Kinder getestet wurden. Parallelen zur eigenen Kindheit, erlittene Schwierigkeiten und Probleme treten in den Vordergrund. Instinktiv werden diese vom Nachwuchs ferngehalten. Die Belange des Nachwuchses werden priorisiert und die eigene Hochbegabung ignoriert. Manche absolvieren einen Test, aber hinterfragen nicht, was es bedeutet, hochbegabt zu sein.

Eltern hochbegabter Kinder geraten häufig in Diskussionen zu diesem Thema, sei es in der Familie, im Kindergarten, in der Schule oder im Bekanntenkreis. Wer seine eigene Geschichte nicht versteht, kann sich nicht objektiv mit Erziehern, Lehrern, anderen Eltern, Bekannten und Entscheidungsträgern unterhalten. Oftmals spielt ein unbewusster Groll eine Rolle bei den aktuellen Diskussionen. Erlittene Verletzungen und Demütigungen in Bezug auf die auch selbst empfundene Andersartigkeit können dazu führen, dass aktuellen Diskussionen nicht sachlich bleiben.

Das eigene Verständnis für die Begabung hilft bei der Erziehung, bei der Kommunikation, beim Austausch, aber auch bei der Umsetzung geeigneter Lernstrategien für Kinder. Gemeinsam werden diese individuell angepasst, wenn bekannt ist, wie ein Gehirn im Allgemeinen und das hochbegabte Gehirn im Besonderen funktioniert.

Ereignisse beeinflussen die Entwicklung. Wer diese und ihre Folgen kennt, kann auftretende Problematiken im Umgang mit Kindern auffangen. Aber es geht nicht nur um äußerliche Einflüsse, sondern auch um das Verstehen des eigenen Körpers. Die eigene Körpersprache wird bei Nichtverstehen gerne ignoriert und gerade bei intelligenten Menschen durch das rationale Denken ersetzt. Das funktioniert sehr gut, kann aber zu Folgeerscheinungen führen. Diese gilt es zu vermeiden.

Aber natürlich steht auch der Erwachsene selber im Fokus. Die Erkennung der eigenen Begabung kann Kräfte freisetzen und wie ein Brustlöser wirken. Nicht wenige, die spät von ihrer eigenen Hochbegabung erfahren, erfüllen sich nach der Erkennung alte Träume, verwirklichen sich selbst, finden eine innere Zufriedenheit und respektieren sich.

Das Wissen um die Hochbegabung erklärt die eigene Andersartigkeit und hilft beim Aufbau einer gesunden Eigenliebe. Wer unbewusste Baustellen schließt und sein Wohlbefinden steigert, wirkt positiv auf das Umfeld. Sich neue Ziele setzen, Herausforderungen annehmen, wirkt sich wiederum vorbildlich auf den Nachwuchs aus, der zum Nachahmen animiert wird.

Es gibt viele Gründe, die eigene Hochbegabung zu erkennen und zuzulassen – für hochbegabte Menschen oft der erste Schritt auf dem Weg zu einem erfüllten Leben.

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Ratgeber: Hochbegabung bei Erwachsenen nun in 3. Auflage

26.12.11 (Hochbegabung)

Hochbegabung bei Erwachsenen – Sind Sie noch Katze oder schon Hund?

Der Ratgeber liegt nun in der 3. Auflage seit 02.12.2011 vor.

Änderung des Titels

Der Titel “Sind Sie noch Katze oder schon Hund?” hat entweder zum Kauf animiert oder aber davon abgeraten. Dieser Titel polarisierte und schuf zwei Lager. Manche kauften das Buch gerade wegen des Titels, aber viele kauften es aufgrund des Titels nicht, auch wenn sie vorher eine Kaufempfehlung enthielten.

Dem wurde nun Rechnung getragen. Der Titel ist nun eindeutiger und nimmt die Irritationen, die viele empfanden.

Ich danke allen, die sich mit mir über die Wirkung des Titels austauschten und diskutierten.

 

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Gastbeitrag: Hochbegabung, Behinderung und Alcatraz von Eva Maria Nielsen

14.12.11 (Blog, Hochbegabung)

Alcatraz

Henrik, mein Neffe, besuchte vor wenigen Wochen die Gefangeneninsel Alcatrez. Seit dem Klassiker Escape from Alcatrez mit Clint Eastwood in der Hauptrolle, ist Einzelhaft, abgeschnitten von sozialen Kontakten, alleine und isoliert zu sein, für viele die ultimative Bestrafung. Doch nicht Gitterstäbe isolieren.  Hochbegabung oder Behinderung, beides kann Betroffenen wie ein Isolationsgefängnis vorkommen.

Umgang Hochbegabung

Meine Mitschülerin Christina, die einen Jahrgang übersprang, war sicher hochbegabt, auch wenn keiner in den achtziger Jahren dieses Wort aussprach. Eher wurde hinter vorgehaltener Hand über das arme Kind getuschelt. Trimmten die Eltern sie nicht auf Leistung? Was war das nur für ein ungesundes Elitedenken! Dem Mädchen wurde doch die Kindheit geraubt. Und jetzt hatte das stille Kind auch keine Freunde mehr. Bedauernswerte Christina!

Ob man ihr gerecht wurde, ist schwer zu sagen. Hochbegabte Kinder wie Christina fühlen sich oft übersehen und nicht verstanden. Wut und Ohnmacht zeigt sich, wenn sie das Lernen verweigern, nur um in der sozialen Liga der Klasse mitzuspielen. Andere werden verhaltensauffällig, weil sie isoliert sind und nicht ihr menschliches Potential ausleben können. Wie alle wollen sie doch einfach sie selbst sein.

Hochbegabung in Deutschland

Über Hochbegabung wird gesprochen. Zumindest in Deutschland, während in meiner Wahlheimat Dänemark immer noch das vom Autor Aksel Sandemose umschriebene Gesetz Jantelov herrscht. Dieses beschreibt mit zehn Geboten den kulturellen und politischen Umgangscode. Wage es nicht, dich über andere zu erhöhen. Stell dich niemals klüger und besser als andere dar. Noch heute gibt es hier die Einheitsschule mit allen Vor- und Nachteilen bis zur 9. Klasse.

Hochbegabung oder Behinderung

Was macht man mit Kindern, die unterfordert sind? Hochbegabte brauchen wie Behinderte – auf Dänisch heißen sie „entwicklungsgehemmte Menschen” – eine individuelle Stütze, um das Leben ausschöpfen zu können. Menschen mit einer Behinderung haben Anspruch auf Pflege, bekommen Hilfsmittel wie Rollstühle oder Krücken bereitgestellt. Hochbegabte dagegen werden in ihrem menschlichen Potential beschränkt, und von der Gesellschaft „behindert”. Das drängt sich die Frage auf, wer die besseren Karten gezogen hat? Der Behinderte oder der Hochbegabte?

Würde des Menschen

Natürlich ist die Würde eines Menschen nicht abhängig von seinen Leistungen – das will Mensa ja auch gar nicht erzählen! Zum Menschsein gehören auch soziale Intelligenz und Empathie, aber halt, ich sage nicht, dass das eine das andere ausschließt. Vielmehr schließen wir Menschen aus unserer Mitte aus, wenn unsere Gesellschaft nicht auf deren Bedürfnisse achtet. Und die sind individuell.

Schwerhörigkeit als Kind

Für mich war das Thema Hochbegabung nie aktuell. Ich habe mit anderen Hürden auf meinem Lebensweg gekämpft. Als schwerhöriges Kind, welches in der Welt der Hörenden navigieren musste, hatte ich genug damit zu tun, zu überleben – so wie hochbegabte Kinder, aber mit meiner Behinderung.  Hochbegabung und Behinderung ähneln sich. Und die Überlebensstrategien sind vergleichbar.

Meine war einfach. Ich wollte dazu gehören. Also musste ich beweisen, dass ich auch mit fehlenden Tönen und Lauten Musik machen konnte. Kinder sind Überlebenskünstler.

Kaum vorstellbar, aber damals war die Glotze noch eine neumodische Errungenschaft, und nach dem Abendessen kauerte Deutschland vor dem Hausaltar. Ich langweilte mich, denn ich konnte nicht vom Mund der Schauspieler ablesen; entweder, weil die Filme synchronisiert waren oder die Kamera nicht auf den Mund des Sprechers fokussierte.

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie oft bei der Tagesschau Bilder vom Ort des Unglücks gezeigt werden, während der Sprecher gleichzeitig darüber zu berichtet? Ein Ding der Unmöglichkeit für Hörbehinderte, die vom Mund ablesen.

Bücher retteten mich aus meiner Isolation. Ich las alles und überall. Je dicker das Buch, umso besser. Während andere Kinder spielten oder vor der Flimmerkiste hockten, verschlang ich Klassiker und dicke Wälzer.  Ich lernte die Wörter anhand des Kontextes, eignete mir die korrekte Sprache, moderne Slangausdrücke und umgangssprachliche Wendungen an. Also war der Landstreicher kein Anstreicher und Töllerei keine Döllerei, das Kopfsteinpflaster kein Kropfsteinpflaster….Romane waren für mich das Tor zur Welt der Hörenden. Sie waren meine Freunde, denn abgesehen von meinen Romanfiguren fühlte ich mich oft isoliert. Nicht, dass ich kein soziales Netzwerk hatte.

Im Gegenteil, oft fühlte ich mich ausgeschlossen. Allein zu sein ist wirklich nicht das schlimmste Schicksal. Grausamer ist es, unter fröhlichen Menschen nicht zu wissen, worüber sie sich unterhalten oder warum sie lachen. Allein in einer Gruppe zu sein ist die ärgste Einzelhaft. Die ist nicht nur Straftätern vorbehalten, sondern auch das Schicksal Hochbegabter und Behinderter. Isoliert, ohne Gitterstäbe, unter Normalos….oder wie war das noch?

Das Jantegesetz, aufgestellt in 10 Geboten.

  1. Du sollst nicht glauben, dass du etwas bist.
  2. Du sollst nicht glauben, dass du genauso viel bist wie wir.
  3. Du sollst nicht glauben, dass du klüger bist als wir.
  4. Du sollst dir nicht einbilden, dass du besser bist als wir.
  5. Du sollst nicht glauben, dass du mehr weißt als wir.
  6. Du sollst nicht glauben, dass du mehr bist als wir.
  7. Du sollst nicht glauben, dass du zu etwas taugst.
  8. Du sollst nicht über uns lachen.
  9. Du sollst nicht glauben, dass sich irgendjemand um dich kümmert.
  10. Du sollst nicht glauben, dass du uns etwas beibringen kannst.

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Katzen sind intelligent, aber nicht hochbegabt

04.12.11 (Blog, Hochbegabung)

Der Texttreff veranstaltet dieses Jahr das Blogwichteln, bei dem verschiedene Textinen teilnahmen und einem Blog zugelost wurden. Mit meinem Hochbegabungs-Blog wurde ich einem Katzen-Blog zugelost.

Ich musste nicht lange überlegen und schrieb über den Zusammenhang zwischen Hochbegabung und Katzen oder eben keine Hochbegabung und Katzen. Konnte ja auch nicht anders sein. Zumindest, wenn man meinem Titel: Sind Sie noch Katze oder schon Hund? Glauben schenkt.

Der Gastbeitrag kann auf dem Blog von Anika Abel nachgelesen werden. Sehr interessant sind auch die Kommentare!

Viel Spaß beim Lesen!

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Texttreff-Blogwichteln: Gastbeitrag von Eva Maria Nielsen

02.12.11 (Blog, Hochbegabung)

Manon Garcia nimmt als Textine beim Texttreff-Blogwichteln teil.Texttreff-Blogwichteln

So heißt die neue Aktion von texttreff. Nun ist die Frage, was ist texttreff? Und was hat es mit dem Blogwichteln auf sich? Und vor allem, wie ist die Verbindung zum Hochbegabungs-Blog? Der Reihe nach!

Was ist der texttreff?

Texttreff ist ein Netzwerk von wortstarken Frauen, die in irgendeiner Weise mit Text zu haben. Sei es Freelancerin, eLancerin, Autorin, Werbetexterin, PR-Frau, Journalistin, Lektorin, etc.

Das Netzwerk dient als Anlaufstelle für alle wichtigen und unwichtigen Themen von A wie AGB bis Z wie Zusammenarbeit. Viele Aktionen sind bereits durch das texttreff initiiert worden, wie zum Beispiel im letzten Jahr der SChreibwettbewerb oder in diesem Jahr das Blogwichteln.

Was ist Blogwichteln?

Das Blogwichteln wurde von einer Textine, wie wir uns selber nennen, ins Leben gerufen. Es nahmen 45 Texttreff-Frauen mit 55 Blogs teil. Alles Blogs kamen in die Lostrommel und wurden jeweils einer Textine zugeordnet. Diese schreibt einen Gastbeitrag für das zugeloste Blog und wartet auf einen Gastbeitrag einer Textine auf ihrem Blog.

Das Interessante an dieser AKtion ist, dass Frauen mit ihren Spezialgebieten sich mit dem zugelosten Themen-Blog auseinandersetzt und einen Gastbeitrag aus Ihrer Sicht schreibt. Das kann nur interessant werden!

Ich nahm mit dem Hochbegabungs-Blog und dem HSV-Blog teil und bekam zwei Blogs zugelost. Wie unterschiedlich die Themen sind, sieht man an den zugelosten Blogs. Denn der Hochbegabungs-Blog wurde einem Katzen-Blog und der HSV-Blog einem Depressions-Blog zugelost.

Beim Katzenblog war die Verbindung von Hochbegabung und Katzen schnell hergestellt. Sind doch Katzen und Hunde im Ratgeber enthalten.

Der HSV-Blog hat es da schon schwieriger. Vor wenigen Wochen wäre mir die Verbindung leichter gefallen, schienen doch alle HSV-Fans in einer tiefen Depression zu stecken, aber da sich beim HSV gerade alles zum Guten wendet, werde ich mir etwas anderes einfallen lassen. Seid gespannt!

Verbindung zum Hochbegabungs-Blog?

Der wurde bereits hergestellt. Eine Textine wird hier auf diesem Blog einen Gastbeitrag schreiben und im Dezember veröffentlichen. Auf diesen Beitrag werde ich bei Twitter und Facebook hinweisen, so dass alle Interessierte die Chance erhalten davon zu erfahren. Oder schaut einfach hier wieder vorbei.

Wer sich über diese Aktion informieren möchte, kann das natürlich machen. Es gibt den tt-Blog (texttreff-Blog) und die Webseite von texttreff.

Eva Maria Nielsen

Eva Maria Nielsen wurde mein Hochbegabungs-Blog zugelost. Sie wird hier im Dezember einen Gastbeitrag zum Thema Hochbegabung schreiben, worauf ich mich sehr freue.

Eva Maria Nielsen ist eine Textine wie ich und hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Sie arbeitet als freiberufliche Journalistin und Sachbuchautorin. In ihrer Freizeit schreibt sie Thriller und Kinderbücher. Interessierte können ihr in ihrem Sprachlabor über die Schulter schauen.

 

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Buchvorstellung und Diskussion im Rahmen des Stammtisches vom DGhK Berlin

31.08.11 (Hochbegabung, Veranstaltungen)

Beim regelmäßigen Stammtischtreffen des DGhK Berlin stellte ich mein Buch vor. Es war eine angenehme Atmosphäre und es wurden interessante Meinungen ausgetauscht und diskutiert.

Mir hat es gut gefallen und ich bin offen für weitere Abende in ähnlichen Rahmen. Sollte also jemand Interesse an einer Buchvorstellung oder dem Thema “Hochbegabung bei Erwachsenen” haben, der melde sich einfach bei mir.

Das Thema Hochbegabung bei Erwachsenen ist wichtig und sollte noch präsenter sein. Denn Hochbegabung verwächst sich nicht. Auch Erwachsene sollten in der Lage sein, ihre Hochbegabung zu leben. Da das Thema Hochbegabung erst in den letzten Jahren präsenter wurde, gibt es viele Erwachsene, die nichts von ihrer Hochbegabung wissen oder die ihre Hochbegabung nicht leben. Damit jeder Erwachsene seine Hochbegabung leben kann, müssen noch viele Veranstaltungen stattfinden, viele Diskussionen geführt und Vorurteile aufgebrochen werden.

Wer hierzu Fragen oder Anregungen hat, melde sich bei mir.

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Rezension über den Ratgeber: Hochbegabung bei Erwachsenen

19.08.11 (Rezensionen)

Eine weitere Rezension findet ihr auf folgenden Seiten vom http://www.lesbenring.de/was-wir-lesen/515-manon-garcia-sind-sie-noch-katze-oder-schon-hund-hochbegabung-nach-dem-testergebnis-.html?7c25b288f06934608f1e378a6a544fa8=680d2eb0f245772877f4cf0464b26693.

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Artikel über Hochbegabung im Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg 27/2011

06.07.11 (Hochbegabung, Rezensionen)

Einen sehr interessanten Artikel veröffentlichte in dieser Woche das Evangelische Gemeindeblatt für Württemberg. Die Journalistin Petra Plaum schreibt in ihrem Artikel über Hochbegabung, aber sie zieht ein positives Fazit, obwohl es genügend Probleme geben kann.

In dem Artikel wird verdeutlicht, dass Hochbegabung “schön, spannend und manchmal schwierig” sein kann. Aber eben beides: positiv und negativ. Es beschreibt, dass das Umfeld eine Rolle spielt, ob und wie eine Hochbegabung gelebt werden kann. Es ist wichtig, ob ein Kind eine Rückmeldung erhält “du bist okay, so wie du bist” oder “du kannst nichts, du bist so schlecht”.

Hochbegabung leben kann jeder und vor allem, es kann auch noch im Alter erlernt werden. Es lohnt sich!

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